Was ist Diakonie?

Die Geschichte der organisierten Diakonie begann 1848. Der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern entwarf beim Wittenberger Kirchentag das Programm der Inneren Mission gegen geistliche und materielle Armut sowie soziale Not.

Der »Centralausschuß für die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche« wurde gebildet. Danach entstanden überall in Deutschland Verbände der Inneren Mission mit rechtlich selbstständigen, sozialpädagogischen, fürsorgerischen und pflegerischen Heimen, Anstalten und Einrichtungen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland gegründet. Es erschloss Auslandshilfen und belebte ökumenische Kontakte, um die Hungersnot in Deutschland zu bekämpfen, Vertriebene und Flüchtlinge anzusiedeln und die Jugendberufsnot zu lindern.

Die Innere Mission und das Hilfswerk haben sich seit 1957 in landeskirchlichen Werken zusammengeschlossen. 1975 wurden sie im Diakonischen Werk der EKD vereint. Am 19. März 1991 sind die Diakonischen Werke der Kirchen des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR dem Diakonischen Werk der EKD beigetreten.

Zusammengefasst könnte man die Diakonie als evangelische Sozialarbeit bezeichnen. Aber dies ist nur ein Teil von ihr. Den Vätern und Müttern der heutigen Diakonie ging es neben der Hilfe, Unterstützung, Betreuung und Begleitung von Menschen am Rande der Gesellschaft auch um ein Zweites: Sie wollten ihnen das Evangelium bringen, ihnen von Jesus Christus erzählen.

Ihr Glaube an Jesus leitete sie in ihrem Tun und Handeln. Dies ist bis heute Grundlage und Basis aller Arbeit innerhalb der Diakonie.

Der Glaube an Jesus Christus und die praktizierte Nächstenliebe gehören zusammen. Deswegen ist die Hilfe für Menschen in Not und sozial ungerechten Verhältnissen für Christen eine ständige Verpflichtung.

Diakonie ist der soziale Dienst der evangelischen Kirchen. Diakonie ist Teil der Kirche. Auf der Grundlage des Evangeliums stellen wir unser diakonisches Handeln in den Dienst der Menschen als würdige Geschöpfe Gottes.

Diakonie steht für das Zusammenwirken von Wort und Tat, Glaube und Handeln, Gottes- und Nächstenliebe in der Kirche und gegenüber der Gesellschaft.

Diakonie ist Sprachrohr für diejenigen, die nicht in der Lage sind, für sich selbst zu sprechen.

Diakonie ist getragen von menschlicher Zuwendung und fachlicher Kompetenz.

Diakonie steht in gesellschaftlicher Verantwortung und nimmt ein politisches Mandat ein.

Diakonie zeigt sich, entsprechend der protestantischen Tradition, in vielfältiger Gestalt und unterschiedlichsten Organisationsformen, vereint unter dem Kronenkreuz des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD).