Über 3000 Handtaschen für Amalie

An der Tür der Beratungsstelle Amalie in der Mannheimer Neckarstadt klingelt es ständig: Menschen aus der ganzen Region geben gebrauchte Handtaschen ab. Große, kleine, bunte Exemplare – die Vielfalt ist gewaltig. Und nicht minder spannend ist oft der Inhalt: Die ehrenamtlichen Helfer sortieren an einem großen Tisch die Handtaschen und finden neben Bargeld auch Autoschlüssel, Führerscheine, bestickte Taschentücher, Lippenstifte und private Briefe. „Wenn möglich geben wir die Sachen, vor allem die Ausweise, natürlich zurück“, sagt Julia Wege, Leiterin der Beratungsstelle Amalie.

Kooperation mit dem Deutschen Frauenring Mannheim

Zuvor hatte der Deutsche Frauenring e.V., Kooperationspartner der Handtaschenaktion, bereits über 600 Handtaschen gesammelt. „Die Aktion zieht immer weitere Kreise“, freut sich Ute Münch, erste Vorsitzende des Frauenrings Mannheim. Das sei ein großartiger Erfolg. Begeistert sind auch die jungen Frauen des LEO-Clubs Schwetzingen. Sie sammelten in Schwetzingen über 700 Handtaschen und sind zum ersten Mal bei der Aktion dabei. Unterstützung kommt auch von der Kolpingfamilie Dirmstein, die ebenfalls Taschen sammelten.

Die Taschen werden im Zusammenhang mit dem Internationalen Frauentag (8. März) am 6. März auf dem Mannheimer Paradeplatz von 10:00 bis 18:00 verkauft.

Die Aktion wird von vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern aber auch von politischer Prominenz unterstützt. Mit dabei sind in diesem Jahr unter anderem der CDU-Bundestagsabgeordnete Nikolas Löbel, der SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Fulst-Blei sowie zahlreiche Mannheimer Gemeinderäte. Der Handtaschenverkauf findet bereits zum vierten Mal statt. Das Ziel ist in diesem Jahr besonders ehrgeizig: „Wir hoffen, dass wir 10 000 Euro einnehmen“, so Julia Wege.

Geld kommt direkt bei Amalie an

Der Erlös kommt vollständig der Beratungsstelle zugute. Mit den Spenden möchten die Sozialarbeiterinnen von Amalie in Not geratenen Frauen eine neue Perspektive außerhalb der Prostitution ermöglichen. Die Aktion will aber auch ein deutliches Zeichen für die Rechte von Frauen setzen. „Wir wollen zeigen, dass es für die Hilfe suchenden Frauen einen Rückhalt in der Gesellschaft gibt“, sagt Julia Wege.

Die 2013 gründete Beratungsstelle Amalie berät in Mannheim Frauen, die in der Prostitution arbeiten oder aussteigen möchten. Aufgrund der prekären Armutssituation von vielen Frauen bietet Amalie Beratung, Begleitung, medizinische Grundversorgung und Ausstiegshilfen an. Amalie wird finanziert durch die Stadt Mannheim, das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg, Aktion Mensch e.V. und das Diakonische Werk Mannheim. fek

[ zurück ]