„Frosch im Schnabel – 40 Tage Wut und Mut“

Das Team der Mannheimer Vesperkirche zeigt am 10. Januar um 18 Uhr den unter der Regie von Stefan Hillebrand entstandenen abendfüllenden Dokumentarfilm „Frosch im Schnabel – 40 Tage Wut und Mut“. Die Voraufführung (Teampremiere) wird vor dem bundesweiten Start in deutschen Kinos in der Citykirche Konkordien, R2, gezeigt. Angeschlossen daran ist ein Filmgespräch im Beisein des Mannheimer Regisseurs, sowie Dekan Ralph Hartmann und den Pfarrerinnen Anne Ressel und Ilka Sobottke, die die Mannheimer Vesperkirche leiten. Das Film-Team hat im vergangenen Jahr die 22. Vesperkirche begleitet. Entstanden ist ein 90-minütiger Dokumentarfilm, der auf sensible Weise von den Menschen in und um die Mannheimer Vesperkirche erzählt. Dabei öffnet der Film die Augen für Bedingungen und Umstände von Armut in unserer Gesellschaft. Der Eintritt ist frei.

Traurig-komisch, verstörende Geschichten

„Solange der Frosch quer im Maul ist, wird er nicht gefressen…“, erklärt Klaus, der haarscharf an der Obdachlosigkeit vorbei geschrammt ist, hochzufrieden. Um Leute wie ihn geht es. Eigentlich ums Essen, aber davon merkt man nichts. Um endlich einmal satt zu werden, kommen die Leute. Dann passiert etwas anderes, Begegnungen, Menschen, die sich für andere interessieren, die einander helfen, Beratung, Begleitung, Unterstützung. All das in einer Kirche und rundherum. Einer wird gesehen, eine erzählt ihre Geschichte. Komische, traurige, verstörende Geschichten von Menschen, die auf der Straße leben oder im Knast waren, Leuten die krank sind oder einfach nur arbeitslos. Geschlagene, Geflüchtete, Einsame. Irgendwie gehören sie zusammen mit all den anderen, die da sind, weil sie etwas Sinnvolles machen wollen, richtig helfen‘.

„Frosch im Schnabel – 40 Tage Wut und Mut“ ist eine Produktion von Frischfilm Produktion des Mannheimer Regisseurs Stefan Hillebrand in Zusammenarbeit mit Torsten Truscheit und Ana Rocha Fernandes. Inmitten des Betriebs der 22. Mannheimer Vesperkirche drehten das Team den 90-minütigen Dokumentarfilm im Auftrag der Evangelischen Kirche Mannheim.

„Wir haben über den Drehzeitraum gelernt, dass es in Deutschland die unterschiedlichsten Abstufungen von Armut gibt“, berichtet Stefan Hillebrand. „Mir war nicht klar, wie viele Menschen in Notunterkünften leben und über welche Zeiträume. Wir haben Menschen kennengelernt, die wegen Schwarzfahrens im Gefängnis waren. Wir waren angerührt von dem großen Traum eines Protagonisten irgendwann einmal ein Bücherregal von Ikea zu haben.“ Mit seinen beiden Kollegen Torsten Truscheit (Kamera) und Ana Rocha Fernandes (Schnitt) hat er schon drei Dokumentationen gedreht.

Vier Wochen im Januar verwandelt sich die Vesperkirche Mannheim in einen Ort des Widerstands: Die Wohlstandsgesellschaft wird auf den Kopf gestellt: Tausende in Not – so arm sie sein mögen, so reich sind sie an Individualität. Gemeinsam mit 700 Ehrenamtlichen feiern sie Tag für Tag ein Fest der Herzlichkeit: Serviert wird nicht nur ein Menü auf Porzellantellern, es gibt freundliche Servicekräfte, einen Chor, Stilberatung, einen Friseur – und manchmal wird einer gerettet, von der Straße oder vor dem Knast. Ein sensibler Dokumentarfilm, der aufrüttelt und berührt.

 

Dreh Hillebrand
Foto: Alexander Kästel: Filmteam Regisseur Hillebrand und Torsten Truscheit (Kamera) während der Dreharbeiten bei der 22. Vesperkirche.

Die 23. Mannheimer Vesperkirche startet am 6. Januar und endet am 2. Februar 2020. Sie wird getragen von der Evangelische Kirche Mannheim und ihrem Diakonischen Werk. Neben einem warmen Mittagessen bietet sie Hilfebedürftige ein breites Sozialberatungsangebot. Geöffnet ist sie täglich von 11 bis 15 Uhr. Mittagessen bis 14 Uhr. Die Aktion kostet pro Jahr rund 150.000 Euro. Unterstützung für die ausschließlich durch Spenden finanzierte Aktion ist daher willkommen. Spendenkonto: Evangelische Kirche Mannheim, Sparkasse Rhein Neckar Nord, IBAN: DE44670505050039003007, BIC: MANSDE66XXX, Stichwort: Vesperkirche. Infos: www.vesperkirche-mannheim.de, (JeLa)
 

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