Amalie Handtaschenaktion erfolgreich

Bereits am frühen Morgen vor offiziellem Verkaufsbeginn stöberten sich erste Besucher durch die mehr als 3000 Taschen – darunter Clutches, Abendtaschen oder klassische Shopper. Die „Handtaschen-Aktion“, die Amalie - Beratungsstelle für Frauen in der Prostitution, am heutigen Weltfrauentag gemeinsam mit dem Deutschen Frauenring e.V. auf dem Mannheimer Paradeplatz nunmehr zum dritten Mal organisiert hat, war ein voller Erfolg. 6000 Euro – so meldet das Team von Amalie am Freitag am Nachmittag, eine Stunde vor Schluss – haben die Hauptverantwortlichen, vielen Ehrenamtlichen und Partner über den Verkauf von gebrauchten Handtaschen erzielt: Die Käufer konnten ab einem Mindestpreis von fünf Euro, den Preis selbst bestimmen. Viele gaben für den guten Zweck mehr dazu. Gesondert bot das Team ausgewählte Marken-Taschen im höheren Preissegment an. Die Besucher waren begeistert und beeindruckt von der Idee: „Ich finde es unterstützenswert mit der Aktion am Weltfrauentag auf die Missstände Aufmerksam zu machen. Deshalb bin ich hier!“, wie eine Dame beim Stöbern sagt.

Großes Engagement auch seitens Unternehmerschaft, Ärzten und Politik

„Sensationell!“, strahlt Julia Wege, Leiterin der Beratungsstelle des Diakonischen Werks. „Bereits die Sammel-Aktion verlief absolut erfolgreich und übertraf selbst unsere Erwartungen. Toll, dass wir die Aktion auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit dem Deutschen Frauenring e.V. durchführen konnten. Dank gilt natürlich auch den vielen Unternehmen und vielen anderen engagierten Spendern, die in diesem Jahr bei der Sammel-Aktion tatkräftig mit anpackten.“
„Mit Blick in die Welt wissen wir, dass es sicher noch viel zu tun gibt, oder betrachtet man die Landtage oder Führungsetagen, in denen Frauen immer noch in der Minderheit sind. In Mannheim ist es unsere Aufgabe am Internationalen Frauentag vor allem die Frauen hier vor Ort zu stärken, sie zu unterstützen. Es gibt immer noch viele Frauen, die alleine gelassen, in prekären Lebenssituationen stecken. “, betont Astrid Teigesser, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Frauenring e.V., mit Blick auf die Frauen in der Prostitution und dem Wohnprojekt, dem die Aktion zugute kommt.

Die Aktion wurde auch in diesem Jahr von Politik und Partnern von Amalie unterstützt. Neben der Stadträtin Melis Sekmen (Die Grüne), engagierten sich auch der Stadtrat Thorsten Riehle (SPD), Landtagsabgeordnete Elke Zimmer (Die Grüne), Helen Heberer (SPD), Roland Weiß (Mannheimer Liste) und Markus Sprengler (Die Grüne). Zudem haben sich der Fotograph Hyp Yerlikaya, aber auch die Unternehmerin Desi Fontanella für das Projekt stark gemacht. Auch die Anzahl der Ehrenamtlichen sei in diesem Jahr besonders hoch, wie Wege sagt. Die Bereitschaft in der Gesellschaft, sich offen zu dem Thema Prostitution zu positionieren, sei auffällig.

Der Erlös der Aktion soll Frauen in der Prostitution helfen: Das Amalie Wohnprojekt ist einer der vordringlichsten Projekte der Beratungsstelle, welches über die Förderungsdauer von Aktion Mensch im Frühjahr 2019 weiter fortgeführt werden soll. Hierbei ist jedoch eine Finanzierung durch Spenden unerlässlich. „Es bedarf großer Bemühungen, um dieses wichtige Ziel zu erreichen“, so Wege. Hier können Frauen aus dem Rotlichtmilieu ein neues Leben beginnen. Über Amalie werden Frauen in dieser schwierigen Lage unter anderem medizinisch versorgt oder zu ihren Rechten beraten. (JeLa)

Handtaschenaktion
Foto DW/Lammer: (v.l.n.r.) Hanne Kerker, Julia Wege, Saskia Sauter und Astrid Teigessen am Handtaschenstand auf dem Mannheimer Paradeplatz.

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