Halbzeitbilanz in der Vesperkirche

Zur Halbzeitbilanz verkündet die Mannheimer Vesperkirche täglich mehr als 500 Gäste. Vom Start am 6. Januar bis zum Sonntag, 20. Januar, besuchten mehr als 7.368 Gäste die Vesperkirche. Viele nutzen das ausdifferenzierte Beratungsangebot, die Umtriebigkeit im Gastraum, die gesellige Art auf Augenhöhe. „Auch in diesem Jahr treffen wir viele junge Menschen, aber vor allem Rentnerinnen, deren monatliches Einkommen nicht auskömmlich ist“, sagt Pfarrerin Anne Ressel zur Halbzeit.  
„Im Vergleich zum Vorjahr verhalten sich die Zahlen ähnlich. Allerdings wird zu einem der Kälteeinbruch, aber auch die zweite Monatshälfte ausschlaggebend sein. Gerade jetzt haben viele unserer Gäste kein Geld mehr für Essen; Kleidung oder Drogerieartikel. Beim Heizen kann auch gespart werden“, wie Pfarrerin Ilka Sobottke feststellt. Auffällig ist in diesem Jahr der Besuch vieler Menschen, die sich in oft mehreren Kleinjobs befinden. „Zwischen ihren Gelegenheitsjobs, meist im Niedriglohnbereich, kommen sie dann, wenn es die Zeit zulässt in die Kirche um Mittag zu essen“, berichtet Sobottke.
 
Medizinische Versorgung kommt an
 
Gerade die medizinische Versorgung wurde auch in diesem Jahr gut angenommen. Regelmäßige Wundbehandlungen, Blutdruck messen oder Blutzuckertests können über den langen Zeitraum, in dem die Vesperkirche das Angebot bereithält, vorgenommen werden. „Oftmals ist die Hemmschwelle größer zum Arzt zu gehen. Gerade bei schlecht verheilten Wunden, schämen sich die Menschen“, berichtet ein Kollege der Johanniter. „Der lange Zeitraum ermöglicht es uns, die Menschen im Auge zu behalten, zu ihnen Vertrauen aufzubauen und medizinisch Hilfe zu leisten.“
 
Umso wichtiger ist das Engagement der Ärzte, findet auch Dekan Ralph Hartmann. „Besonders beeindruckend finde ich das Vertrauen, das von Tag zu Tag zwischen unseren Gäste und Ehrenamtlichen wächst, gerade weil unsere Mediziner hier durchdringen können und notwendige Hilfe anbieten. Es gibt einen großen Bedarf an Ärzten, die bereit sind, ehrenamtlich für Bedürftige zu arbeiten. Zumal vielen Gästen der Krankenversicherungsschutz fehlt.“
 
Rekord beim Benefizkonzert mit Kurpfälzischen Kammerorchester
 
Das Spendenaufkommen bleibt stabil: Abgesehen von den großen und kleinen Geldspenden, die Bürger der Region der Vesperkirche zukommen lassen, gab es auch in diesem Jahr wieder mehrere Sachspenden von Unternehmen der Region: Auch in diesem Jahr organisierten die CAP-Supermärkte in Mannheim gemeinsam mit ihren Kunden über 800 Drogerie-Artikel. Erfolgreich war außerdem das Benefiz-Konzert „Musik für alle“ mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester unter Leitung von Prof. Stefan Blunier, das am Sonntag, 13. Januar, einen Rekord brach. 4000,- Euro spülte das Konzert in die Kasse.

Das nächste Benefizkonzert steht am Sonntag, 27. Januar, um 17 Uhr in der CityKirche Konkordien an: Unter dem Motto „Friends for Vesperkirche“ spielen Mannheimer Künstler für den guten Zweck. Darunter u.a. Arnim Töpel, Lena Lissy & Enzo Cianciosi, außerdem Jutta Glaser and Friends und „Vier Männer von Welt“. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei, um Spenden wird herzlich gebeten.


Die 22. Mannheimer Vesperkirche startete am 6. Januar und endet am 3. Februar 2019. Sie wird getragen von der Evangelische Kirche Mannheim und seinem Diakonischen Werk. Neben einem warmen Mittagessen, bietet sie Hilfebedürftigen ein ausdifferenziertes Sozialberatungsangebot. Geöffnet ist sie täglich von 11 bis 15 Uhr. Mittagessen bis 14 Uhr. Die Aktion kostet pro Jahr rund 150.000 Euro. Unterstützung für die ausschließlich durch Spenden finanzierte Aktion ist daher willkommen. Spendenkonto: Evangelische Kirche Mannheim, Sparkasse Rhein Neckar Nord, IBAN: DE44670505050039003007, BIC: MANSDE66XXX, Stichwort: Vesperkirche. Infos: www.vesperkirche-mannheim.de


Foto: Alexander Kästel

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