Bloomaul 2019

Sepp Herberger erhielt ihn und Anneliese Rothenberger, Comedian Bülent Ceylan und Politikerin Helen Heberer. Nun auch Ilka Sobottke, Pfarrerin in der CityGemeinde Hafen-Konkordien: Am Sonntag, 3. März 2019, wird sie feierlich im Großen Haus des Nationaltheaters Mannheim mit dem Bloomaulorden 2019 ausgezeichnet. Eine große Ehre, da der Orden als höchste bürgerschaftliche Auszeichnung gilt, die innerhalb Mannheims vergeben werden kann.
 
Es geht nicht um Herkunft oder Dialektfestigkeit, sondern um Haltung. Bloomaul, heißt es, sei eine Lebensart. Als „Bloomaul“ gilt jemand, der kein Blatt vor den Mund nimmt, auch wenn es anderen nicht passt. Seit 1970 wird der Orden alljährlich verliehen. Er wurde gestiftet von Rainer von Schilling, dem späteren Herausgebers des Mannheimer Morgens. Er wollte als damals amtierender Karnevalsprinz der Karnevalsgesellschaft Feurio der Kurpfälzer Lebensart mit ihrer beherzten Aufmüpfigkeit und Schlagfertigkeit ein Denkmal setzen.
 
„Bloomaul – das passt zu mir“
 
Die Bloomaul-Kriterien passen zu Ilka Sobottke, die von sich meint: „Ein Bloomaul sagt, was es denkt – und das konnte ich mir noch nie verkneifen“. Als Wahlmannheimerin sei ihr diese Auszeichnung besonders wertvoll. Denn das Bloomaul passe zu ihr: „Ich sage, was ich denke. Auch wenn es jemanden stört, und das gelingt mir ziemlich oft.“ In Gesprächen und in ihren Predigten spricht sie über das, was sie erlebt und was sie bewegt. „Als Pfarrerinnen sind wir oft wie Hofnarren in unserer Welt. Wir können uns die Freiheit nehmen alles zu sagen und auszusprechen“, so Sobottke. Dass sie nun den Bloomaulorden erhält, freut sie sehr. „Schön, dass hier in Mannheim gehört und wahrgenommen wird, was wir hier so predigen und leben.“ Dass sie den 50. Bloomaulorden erhält, gefällt ihr besonders gut.
 
Dekan Ralph Hartmann gratuliert dem Bloomaul 2019: „Den Bloomaul-Orden erhält man nicht einfach mal so. Dass Ilka Sobottke diese Auszeichnung erhält, freut uns und macht uns stolz. Mit deutlichen Worten und einem großen Herzen kämpft Ilka Sobottke für Gerechtigkeit und für Menschen, die an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt werden. Sie ist das Gesicht unserer Kirche in der Innenstadt.“
Die 1966 in Bad Segeberg geborene Ilka Sobottke kam in der Grundschulzeit mit den Eltern in die Kurpfalz. Nach ihrer theologischen Ausbildung in Heidelberg, Rom, dem Hochschwarzwald und Neapel ist sie seit 1999 mitten in den Quadraten als Gemeinde- und als Studierendenpfarrerin aktiv. Sie gehört zum Leitungsteam der Mannheimer Vesperkirche und ist vielen durch ihre Kurzpredigten im SWR-Hörfunk bekannt. Seit kurzem ist sie eine der neuen Sprecherinnen beim „Wort zum Sonntag“. Dort hält sie ihre erste Ansprache am Spätabend des 23. März.

Ilka Sobottke
Foto: Alexander Kästel. (dv)

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