„Einzelspitze“ für die Diakonie

Nach gründlicher Überlegung und zahlreichen intensiven Gesprächen mit den Abteilungsleitungen hat der Aufsichtsrat des Diakonischen Werkes einen Entschluss gefasst: Das Diakonische Werk soll nicht mehr mit einer Doppelspitze besetzt werden. „Ein differenziertes Anforderungsprofil wurde entwickelt, dem die neue Person entsprechen muss“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Ralph Waibel bei der Stadtsynode in der Dreieinigkeitsgemeinde. Unter dem Tagesordnungspunkt "Informationen zu Sachstand und Entwicklung in der Leitung des Diakonischen Werks Mannheim" informierte Waibel die Synodalen über den aktuellen Stand. Eine Interimslösung mit den Abteilungsleitenden soll den Übergang ermöglichen.

Abschied vom Tandem

„Zu sehr war das Gelingen einer Doppelspitze davon abhängig, dass die handelnden Akteure eng aufeinander bezogen arbeiten und sich an den Schnittstellen uneingeschränkt in permanenter Abstimmung befinden“, so informiert Waibel die Synodalen. Zu schnell könne es bei der Dynamik und Vielfalt der Aufgabenbereiche des Diakonischen Werkes finanzielle und inhaltliche Dinge ins Ungleichgewicht bringen, betont er weiter. „Wir werden das Diakonische Werk nicht mehr mit einer Doppelspitze besetzen“. Anfang September hatten die Beteiligten bei einer außerordentlichen Pressekonferenz versichert „Mitte November“ Auskunft über die neue strukturelle Aufstellung zu geben. Vorausgeht der Entscheidung ein offener und in transparenter Weise angeführter Prozess: Nicht nur zahlreiche Gespräche mit den Kollegen der Abteilungsleitungen, sondern auch Gespräche mit Mitarbeitenden fanden in den letzten Monaten statt. „Ob die neue Person letztlich ein Studium der Theologie oder der sozialen Arbeit mitbringt, kann heute noch nicht gesagt werden“, so Waibel. Dies sei abhängig von der Person, die sich bewirbt. Begleitet wird der Findungsprozess durch eine Personalagentur. „Sollte sich bis zum Dienstbeginn einer Nachfolge eine zeitliche Lücke ergeben, so sind wir in unserer ausgearbeiteten Vertretungsstruktur absolut handlungsfähig“, sagt Dekan Ralph Hartmann. „Für die strategischen Fragen und politischen Kontakte hat Ralph Waibel seine Bereitschaft signalisiert, für eine Überbrückungszeit seine Zeit und seine Erfahrung zur Verfügung zu stellen. Dafür danke ich ihm von Herzen.“ Auch Matthias Weber dankt Dekan Hartmann an dieser Stelle. „Für seine Impulse, für sein Engagement und sein Wirken. Ich wünsche ihm alles Gute und Gottes Segen für den weiteren Lebensweg“. Auf eine offizielle Verabschiedung wurde auf Wunsch von Matthias Weber verzichtet.

Hartmann Waibel

Stärkung der Abteilungsleitungen

Bedingt durch das Ausscheiden von Matthias Weber am 31.10.2018 und von Helmut Bühler im Frühjahr 2019 stimmt der Aufsichtsrat des Weiteren einen Entschluss zur Interimslösung ab. In einem durch Konsens geprägten Prozess der Abteilungsleitenden, wurde sich auf die Verteilung der bisher bei den Direktoren angesiedelten Arbeitsfelder, geeinigt. Die Übertragung werde umgehend vollzogen, damit Helmut Bühler den Abteilungsleitenden bis zu seinem Weggang noch beratend und zur Information zur Verfügung stehen kann. So bliebe möglichst viel „Knowhow“ innerhalb der Institution, so Waibel bei seiner Ansprache. „Herr Bühler bereitet die Übergabe der Zuständigkeiten in sehr korrekter Weise vor, die für eine reibungslose Übergabe notwendig sind. Vielen Dank Herrn Bühler dafür.“ Eine feierliche Verabschiedung erfolge am 27. Februar 2019, ergänzt Hartmann in seinem Bericht.
Eine weitere Festlegung ist die Übertragung der bisher durch Herrn Bühler besetzten Abteilung an Jessika Tirandazi. Neben den bisher bestehenden Abteilungen „Kinder, Jugend, Familie und Bildung“ und „Arbeit und Qualifizierung“ wird ab sofort Tirandazi die Abteilung „Pflege und Gesundheit“ führen. Sie war bisher stellvertretende Abteilungsleiterin. Bis zur Nachbesetzung der Leitungsposition übernimmt sie damit auch die Position der Geschäftsführerin der Diakonie-Sozialstation Mannheim. Die Außenvertretung ist demnach in allen Gremien gewährleistet. Die Abteilungsleitenden des Diakonischen Werkes übernehmen in der Zeit der Vakanz die Vertretung im Jugendhilfeausschuss, Sozialausschuss und Stadtpflegeausschuss.(JeLa)

 

Foto DW/Lammer

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