Der Zufall bestimmt das Glück

Alkoholsucht, Internetsucht oder Glückspielsucht: Es gibt verschiedene Formen von Sucht. Im Rahmen des HaLT-Projekts der kommunalen Suchtprävention Mannheim wurden auch in diesem Jahr am Suchtpräventionstag Workshops und interaktive Vorträge angeboten, um Schüler der Justus-von-Liebig-Schule auf verschiedene Weise mit dem Thema „Sucht“ in Kontakt zu bringen. Neben Vertretern verschiedener psychosozialer Beratungs- und Behandlungsstellen gab auch die Beratungsstelle für Suchtfragen des Diakonischen Werkes sowie die kooperierende Selbsthilfegruppe Nova Vita, Einblick in die Materie.

Verlust von Raum und Zeit, ohne Geld geht gar nichts

Wer kann am Glückspiel teilnehmen, was passiert wenn man dem Glückspiel nachgeht, wird man davon süchtig? Annette Müller, Sozialarbeiter des Diakonischen Werkes, brachte die 15- bis 22-jährigen Schüler im Laufe des Vormittags in ihrem Workshop mit dem Thema „Glückspielsucht“ in Berührung. „Ich möchte mich im Einstieg mit den Schülern langsam an das Thema herantasten. Die Schüler sollen erkennen, worin der Unterschied zum normalen Brettspiel liegt und wo die Gefahr lauert“, erklärt Müller. Denn beim Glücksspiel gehe es immer um Geldeinsatz, wie sie die Schüler eindrücklich informiert. Über ein fingiertes Glücksspiel versuchten die Schüler ihre Gefühle, die während des Spiels entstehen, zu reflektieren. „Am Ende entscheidet der Zufall, aber vor allem die Erkenntnis, das Glück nicht in der Hand zu haben“, erklärt Müller weiter.

Die Workshopteilnehmer sind begeistert, arbeiten eifrig mit, berichten teilweise von eigenen Erfahrungen. Am Ende bleibt die Einsicht zurück, wie auch ein Schüler feststellt „Die Chance ist einfach zu gering, um gewinnen zu können. Aus dem anfänglichem Spaß, wird doch schnell Ernst und ich bin damit der Verlierer“.

 „Mach' dich nicht zum Affen“

HaLT steht für Hart am LimiT. Die Mitwirkenden des HaLT-Projekts, das vom Fachbereich Gesundheit der Stadt Mannheim im Jahr 2007 in Mannheim gestartet wurde, haben sich zum Ziel gesetzt, exzessiven Alkoholkonsum bei jungen Menschen zu verhindern: zum einen durch die bereits genannten präventiven Jugendschutzaktionen bei Mannheimer Festen, zum anderen aber auch durch gezielte HaLT-Aktionen für Kinder und Jugendliche.

Das Diakonische Werk ist seit 2012 dabei. Einblicke in die Arbeit gaben unter der Federführung des Beauftragten für Suchtprophylaxe des Fachbereichs Gesundheit des Dezernats III verschiedene Beratungsstellen.

Kontakt, Organisation und weitere Informationen zum Thema „Glückspielsucht“ bietet die Beratungsstelle für Suchtfragen. Von Glücksspielsucht Betroffene sowie Angehörige erhalten Hilfe über eine offene Sprechstunde, eine Terminvereinbarung oder in der offenen Gruppe bei pathologischem Glücksspiel: jeden Donnerstag von 18:00 - 19:30 Uhr, 0621-28000-370 oder psb@diakonie-mannheim.de. (JeLa)

 Glückspiel
Foto DW/Lammer

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