„Ich erzähl Dir meine Geschichte - erzählst Du mir Deine?“

Drei Generationen, drei Lebenswelten, und alle ein einem Tisch: Geflüchtete, Schüler und Senioren kamen in festlicher Atmosphäre bei Sekt und Fingerfood noch einmal zusammen. Nach fünf gemeinsamen Treffen, bei denen gespielt, gelacht und gegrillt wurde, feierten sie nun ihren Projektabschluss im Pauline-Maier-Haus. Mit Erfolg – alle Teilnehmer haben ungeahnte Potenziale entfalten können, Interesse füreinander geweckt und Freundschaften geknüpft. „Meine Sicht auf die Dinge - wie sieht das Leben einer Seniorin im Heim aus oder was bedeutet es für einen Flüchtling, in ein fremdes Land zu kommen, hat sich wahrhaftig geändert“, berichtet eine Schülerin des Lessing-Gymnasiums bei ihrer Präsentation. Das Projekt hat Vorbildcharakter bewiesen. Weitere Treffen und gemeinsame Freizeitaktivitäten finden Fortsetzung.

Aufeinander zugehen, von anderen lernen

Das gemeinsame Spielen, ein Grillfest oder gezielte Projektarbeiten, wie ein Selbstverteidigungskurs, standen bei den gemeinsamen Treffen auf der Agenda. „Ob beim Picknick, für das die Teilnehmer landestypische Gerichte mitbrachten, oder beim einfachen Plausch untereinander - nach anfänglicher Unsicherheit schlossen die Teilnehmer schnell Vertrauen, stießen auf Gemeinsamkeiten oder auch auf völlig neue Lebenswelten“, berichtet die Projektleiterin Cigdem Erdis. Das Projekt habe Vorurteile und vermeintliche Irritationen aus dem Weg räumen können, wie die Sozialarbeiterin weiter berichtet. „Eigentlich braucht es nicht viel, um Menschen an einen Tisch zu bringen“, so ihr Resümee zur abgeschlossen Projektarbeit.

Auch die teilnehmenden Senioren des Pauline-Maier-Hauses zeigten sich motiviert und kommentierten den Projektabschluss mit Begeisterung. In unserem Alltag haben wir doch so wenig miteinander zu tun, umso reizvoller und interessanter erschienen die Treffen, berichtet eine Seniorin. „Das Beste, was ich seit Jahren gemacht habe“, betont sie weiter.

Projekt trägt Früchte: Vorbildcharakter für andere Bereiche

Das Projekt „Gemeinsam sind wir STARK!“ geht weiter. Weitere Treffen und gemeinsame Freizeitaktivitäten finden Fortsetzung. Andreas Breunig, stellvertretender Schulleiter des Lessing-Gymnasiums, berichtet indessen, ein Zeitzeugenprojekt in Zusammenarbeit mit dem Seniorenheim, zu organisieren. Des Weiteren soll ein gemeinsamer Chor, eine Kreativwerkstatt oder gemeinsames Kochen, Traditionen weitergeben. Neuen Ideen sind keine Grenzen gesetzt.

Projektzeitraum war von Mai bis Oktober 2018 an verschiedenen Orten der Kooperationspartner.

Veranstalter sind neben dem Diakonischen Werk Mannheim, das Lessing Gymnasium, Pauline-Maier-Haus Alten- und Pflegeheim. Die einander.Aktionstage 2018 sind eine Veranstaltungsreihe zur Förderung und Wertschätzung der gelebten Vielfalt in Mannheim. Vom 28. September bis zum 27. Oktober setzen rund 100 Veranstaltern mit 76 Veranstaltungen ein deutliches Zeichen für ein respektvolles Zusammenleben und gegen Diskriminierung.
Weitere Informationen und das Gesamtprogramm unter www.einander-aktionstage.de. (JeLa)

 Gemeinsam stark
Foto: Ellis Magermanns

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