Neue Werkstatt für behinderte Menschen in Weinheim

Die Gemeindediakonie Mannheim setzte am 8. November 2017 zusammen mit Oberbürgermeister Heiner Bernhard und dem Vorstand der Hector Stiftung, Herrn Uwe Bleich und Dr. Ernstlothar Keiper, den Spatenstich für ihre neue Werkstatt in Weinheim. Auf dem Baugelände an der Etzwiesenstraße 2-4 in Weinheim-Lützelsachsen entsteht in den kommenden 18 Monaten ein Ersatzbau für die bisherigen Räumlichkeiten in der Daimlerstraße, der insgesamt 120 Arbeitsplätze im Berufsbildungs- und Arbeitsbereich sowie 36 Plätze im Förderbereich umfasst.

Spatenstich Weinheim

Nach fast 30 Jahren in der Daimlerstraße im Gewerbegebiet Weinheim-West konnte heute der Startschuss für den Neubau der Weinheimer Werkstatt der Gemeindediakonie Mannheim in Lützelsachsen gegeben werden. „Heute ist ein guter Tag für Weinheim, denn heute beginnen – zumindest symbolisch – die Bauarbeiten zu einem weiteren Mosaikstein unserer sozialen Stadt“, bekräftigt Bürgermeister Heiner Bernhard.

Dank der Unterstützung der H.W. & J. Hector Stiftung konnte das Grundstück Ende 2013 von der Stadt Weinheim erworben werden. „Aus unseren Förderprojekten für behinderte Menschen wissen wir, dass für die Stärkung ihres Selbstvertrauens eine sinnvolle und wertschöpfende Arbeit immens wichtig ist. Deshalb freuen wir uns, dass wir durch unsere Förderung des Baus der Werkstatt für behinderte Menschen einen Beitrag zur Inklusion dieser Menschen beisteuern können“, so Uwe Bleich, Vorstand der Hector Stiftung.

„Was lange währt, wird endlich gut“, freut sich der Vorstand der Gemeindediakonie, Gernot Scholl. „Wir sind sehr erleichtert und glücklich über den Neubau und die Unterstützung, die wir durch die Stadt Weinheim und vor allem durch die Verantwortlichen der Hector-Stiftung erfahren haben. Schon bald können wir unseren Beschäftigten moderne Räumlichkeiten für Teilhabe an Arbeit und qualifizierende Bildungsmaßnahmen anbieten und somit auch unseren Teil zum sozialen Netzwerk in Weinheim beitragen“.

Da die Förderrichtlinien des Landes Baden-Württemberg für Werkstätten und deren Ersatzbauten eine Förderung der Ausstattung ausschließen, sind die Aufwendungen für die Ausstattung aus Eigenmitteln des Trägers der Einrichtung aufzubringen. „Wir unterstützen die Gemeindediakonie Mannheim gern mit einem großzügigen Zuschuss bei der Anschaffung der neuen Ausstattung“, äußert sich Dr. Ernst Schön, stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Wohnhilfe.
Eingerahmt wurde der Festakt zum Spatenstich durch die Trommlergruppe der Werkstatt Weinheim West und einem geistlichen Wort von Gemeindepfarrer Jan Rohland.

Der Gebäudebestand in der Daimlerstraße entspricht sowohl in der Bausubstanz, den energetischen Standards wie auch in der Binnenstruktur des Gebäudes, nicht mehr den heutigen Anforderungen an Arbeitsplatzgestaltung und Produktions- und Warenlogistik

Architekt Remo Dippe führte kurz aus, was sich am neuen Standort nun grundlegend ändern wird. Die neue Werkstatt besteht aus dem Berufsbildungsbereich und dem Arbeitsbereich mit insgesamt 120 Plätzen und dem Förderbereich (SGB IX, § 136, Absatz 3) mit 36 Plätzen.
Der unterschiedlichen Art der Behinderung und ihren Auswirkungen wird innerhalb der Werkstatt durch geeignete Arbeitsvorbereitung sowie der Auftrags- und Produktions-planung Rechnung getragen.
Der Übergang von behinderten Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wird, insbesondere durch das Vorhalten besonderer Förderangebote, individueller Förderpläne, Trainingsmaßnahmen, Betriebspraktika, Jobcoaching und ausgelagerter Arbeitsplätze, gefördert. In der Werkstatt im Industriepark Freudenberg mit 100 Plätzen bestehen weitere Möglichkeiten der Erprobung in stark industrialisierter Arbeitsplatzumgebung.

Die bauliche Gestaltung des Gebäudes orientiert sich für den Arbeitsbereich am bereits bestehenden Auftragsspektrum der Werkstatt, es handelt sich im Schwerpunkt um Konfektionierungs- und Verpackungstätigkeiten.

Die Gemeindediakonie kooperiert bei diesem Projekt mit der Caritaswerkstatt Weinheim, der Nikolauspflege Stuttgart, dem Pilgerhaus sowie der Lebenshilfe IKB Weinheim.

Das Grundstück in Lützelsachen ist verkehrsgünstig an der B3 gelegen sowie direkt an den ÖPNV angeschlossen. Das Pilgerhaus, in dem eine große Anzahl von Beschäftigten wohnt, befindet sich in Laufnähe zum Standort.

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